Vor den Toren Växjös locken die schwedischen Tanten mit selbst gebackenem Kuchen und selbst gemachter Kunst. Nicht alles überzeugt, aber trotzdem lieben wir diesen Ort. 

„Bergkvara – Lantcafé – Konst“ – so steht es auf einem Schild an der E23 kurz vor Växjö. Man sollte ihm unbedingt folgen.  Es führt zu einem Gutshof. Ganz hinten, versteckt und doch nicht zu übersehen, in einem roten Holzhaus, ist das Svenska Tantens Trädgårdscafé. Halb Café, halb Ausstellung.

Soviel vornweg: Es schmeckt fantastisch! Rolf, der Chef, backt selbst und mit liebe. Das sieht man und schmeckt man. Nicht immer klappt alles. Der letzte Kladdkakka, besser „Rolfes Kladdkaka“, war schon fast eine Mousse au Chocolat. Ich fand es grandios. Das Gleiche gilt für die Mittagsgerichte. Nicht immer ist alles perfekt, aber wir sind noch nie, und wir waren schon oft hier,  enttäuscht gegangen.

[Svenska Tantens Trädgårdscafé
6, Västerås,
Bergkvara
www.densvenskatanten.se/cafe/cafe.htm

Öffnungszeiten:
Di.-So. 11-17 Uhr
Montags Ruhetag

Nicht perfekt, aber mit Charme kann man auch auf die Räumlichkeiten beziehen. Die Gratwanderung zwischen Shabby Chic und kaputt ist Programm.  Manchmal ist es etwas drüber, aber man guckt gerne drüber weg. Es ist einfach saugemütlich. Und für die Kinder gibt es im Haus viel zu entdecken.

Die Handtasche wird zur Kunst

In den hinteren Räumen und im Obergeschoss befinden sich die Ausstellungsräume. Hier finden wechselnde Ausstellungen verschiedener Künstler statt. Angefangen hatte alles mit der Künstlerin Susanna Arwin. Sie hat der schwedischen Tante  ein Denkmal gesetzt, inspiriert von einem Vorfall aus dem Jahr 1985.

In Växjö marschieren  Neonazis auf. Eine Frau aus Polen nähert sich einem Skinhead, und versucht mit der Tasche ihn zu schlagen. Ein Fotograf hält die Szene auf Film fest. Sie wird weltberühmt. Arwin inspiriert. Kunst ist Geschmackssache. Unsere Kinder finden immer etwas. Wir nicht. Aber das ist auch nicht der Hauptgrund unserer Besuche.

Auch kleine Ritter kommen auf ihre Kosten

Von ihm kriegen wir auch den Tipp von der benachbarten Ruine. Vor dem Gutshof ist ein kleiner Parkplatz. Von hier aus kann man auf das Grundstück des Herrenhauses. Ein kurzer Weg ist öffentlich zugänglich und führt direkt zum See.

Am Ende wartet, versteckt von der Straße,  eine beeindruckende Burgruine.  Genau richtig für zwei kleine Ritter. Und die Schaukel mit Seeblick ist natürlich auch beliebt. Hier kann man die eben erschlemmten Kalorien gut verbrennen. Der perfekte Abschluss nach einem gemütlichen Café-Besuch.