Schwedisches Geld

Wenn das Thema Schwedenurlaub aufkommt, hört man sie  garantiert, die fragende Aussage, dass es doch schon teuer sei in Schweden. Aber stimmt dieser Mythos wirklich?

Diese Frage  lässt sich ganz einfach beantworten: Es kommt drauf an.
Wer in Stockholm, Göteborg oder Malmö Urlaub macht, wird definitiv etwas tiefer in die Tasche greifen müssen.  Auf dem Land sieht es aber schon wieder ganz anders aus.

Kaum Unterschiede bei Lebensmitteln

Generell sind Lebensmittel im Schnitt  etwas teurer, zumindest laut EU-Studie.  In der Praxis haben wir aber die Erfahrung gemacht, dass  sich ein voller Einkaufswagen in Schweden und Deutschland nicht viel nimmt.  Südfrüchte und mediterranes Gemüse beispielsweise sind teurer. Dafür überraschendweise oft aber auch in besserer Qualität verfügbar, was nicht für Deutsche Supermärkte spricht. Kaffee und Nudeln aus Italien, von Barilla und Lavazza, kosten bei ICA sogar weniger als im heimischen REWE Markt. Auch Fleisch ist etwas günstiger als in Deutschland. Hier wird in Schweden zudem sehr auf regionale Herkunft geachtet, was auch in der Qualität positiv spürbar ist.

Sein Bier sollte man mitbringen

Beim Alkohol ist es allerdings anders. Wer sich in Schweden ein Weinchen oder Bier gönnen möchte, muss schon  mal das Doppelte von dem deutschen Preis hinlegen. Hier kann es sich also lohnen, Bier und Wein aus der Heimat mitzunehmen.  Wir waren aus diesem Grunde noch nie im Systembolaget, dem staatlichen Alkoholgeschäft. Man erzählte uns allerdings, das nicht nur die Preise dort gigantisch hoch sein, die Auswahl sei wenigstens auch so groß.

Wer auf das Bier im Supermarkt, mit maximal 3,5% Alkohol zurückgreifen möchte, der sei gewarnt. Es schmeckt in der Regel eher nach Alkoholfreien Bier als nach dem eigentlichen Produkt. Hier lohnt sich aus meiner Sicht eher die Investition in eine gute Limonade oder ein sonstiges nicht-alkoholisches Getränk.

Günstig essen gehen mit Familie? Kein Problem!

Die hohen Alkoholpreise schlagen sich natürlich auch dann zu Buche, wenn man abends essen geht.  Ein 0,3l Bier kostet in Stockholm schon mal 70 Sek, also etwa 7 Euro. Ein Restaurantbesuch in Schweden kann so leicht das Urlaubsbudget strapazieren, dabei geht es auch anders. Zur Mittagszeit bieten fast alle Restaurants Mittagsmenüs oder Buffets für etwa 100 SEK an. Für Kinder gibt es den Erwachsenenteller oft für die Hälfte, oder ein extra Kindermenü, das zwischen 50 und 75 SEK liegt. Leitungswasser und Kaffe mit påtår, also nachfüllbar,  sind in der Regel inklusive und manchmal auch die Kekse zu Kaffee, wie in unserem Lieblingsrestaurant Kafé de Luxe. So ist ein Restaurantbesuch mit der Familie durchaus machbar, ohne das Budget zu sehr zu strapazieren.

Ein weiterer wichtiger Faktor sind natürlich die Unterbringungskosten.  In den Großstädten darf man nicht mit Schnäppchen rechnen, allerdings ist es auf dem Land nicht sonderlich schwer, eine günstige Bleibe bei Airbnb.de oder Feweodirekt.de zu finden. Noch günstiger geht es im Zelt oder Wohnwagen. Wer möchte, kann so, ohne Extrakosten, an den meisten Seen oder am Meer nächtigen, dem Jedermannrecht sei Dank. An einigen Badestellen ist es allerdings inzwischen verboten, aber die nächste Stelle ist in der Regel nicht weit.

Da man in der Regel motorisiert in Schweden auf Entdeckungstour geht, muss man leider auch die etwas teureren Benzinkosten in Kauf nehmen.  Vor der Fähre in Deutschland  sollte man also noch mal volltanken.

Kleidung und Möbel – hier warten die richtigen Schnäppchen

Meine persönlichen Sparhighlights  in Schweden sind aber Kleidung und antike Flohmarktmöbel. Wer es auf einen schönen Schrank, eine Bank oder ein antikes Bett abgesehen hat, der sollte mit Anhänger oder Sprinter auf Reise gehen. Die zahlreichen Loppise haben zum Teil fantastische Angebote, bei denen das Schnäppchenherz höher schlägt. Und auch bei der Kleidung kann man, gerade von Mitte Juli bis Anfang August, Wahnsinns Schnäppchen im Sommerschlussverkauf machen. Ich kaufe hier meinen ganzen Jahresbedarf an Kleidung. Auch für die Kinder.

Ein Schwedenurlaub ist also nicht teuer, im Gegenteil, er kann sogar sehr günstig sein, solange man auf Alkohol verzichtet und sich nicht von den Angeboten locken lässt.