Pflücken verboten!

Wandeln auf den Spuren eines der größten Naturforscher, Kühe im Wald und ein fantastisches Gemüsebuffet, das sind die Zutaten für einen richtig schönen Ausflug ins Kulturreservat Linnés Råshult.

Carl von Linné war mir, das muss ich zu meiner Schande gestehen, vor unserem ersten Schwedenbesuch  nicht wirklich geläufig. Klar, den Namen hatte ich schon mal gehört, aber was er gemacht hatte? Keine Ahnung. Eine erste Ahnung, welche Bedeutung er für Schweden haben könne, bekamen wir schon auf der Reise zur Fähre. Die Hörspiel-CD vom Kleinen, „Die Reise Maus: Schweden“, zählt ihn mit Astrid Lindgren und Selma Lagerlöf in einer Reihe. Er musste also irgendwas Größeres gemacht haben. Eine Vermutung, die sich in Växjö bestätigen sollte. Hier ist nicht nur ein Park, sondern auch die Universität nach ihm benannt ist.

Auf der Rückfahrt auf der E23, kurz vor Älmhult sehen wir das Hinweisschild „Linnés Råshult“.  Und plötzlich ist die Neugier da. Inzwischen sind wir über die großen Errungenschaften Linnés natürlich bestens informiert. Trotzdem schaffen wir es erst dieses Jahr, Råshult zu besuchen.

Für unseren Ausflug entscheiden wir uns an einem Tag, der zu kalt zum Baden  aber zu schön fürs Museum ist. Die erste Überraschung begegnet uns bereits  auf dem Weg vom Parkplatz zur Ausstellung. Überdimensionale Insekten und Vögel verstecken sich an den Bäumen. Unsere Jungs gehen sofort die Suche. Der Forschergeist ist geweckt.

Linnés Råshult

http://www.linnesrashult.se/

Öffnungszeiten:
1.Mai – 4.September
11 – 16 Uhr

Cafe
12 – 16 Uhr

Auch das essen hätte Linné gefallen

Nachdem wir uns eine Übersicht verschafft haben, entschließen wir uns zunächst im Garten des Cafés zu essen. Es ist Bio-Zertifiziert und bietet von 12-16 Uhr Essen. Selbstverständlich sind Wasser und Kaffe inklusive. Neben einem sehr guten vegetarischen Buffet, für das wir uns alle vier entscheiden, gibt es auch noch andere Gerichte, die je nach Jahreszeit variieren.

Gut gestärkt begeben wir uns auf Spurensuche an Linnés Geburtsort. Wer wie wir keine Führung für 70 SEK/Person gebucht hat, darf selbst entscheiden, was er zahlen möchte. Wir geben 20 Kronen pro Person in die dafür aufgestellten Sammelkisten. Zunächst schauen wir uns zwei Häuser an, von denen allerdings nur das Haupthaus aus Linnes Zeit stammt. Drinnen bekommt man einen guten Eindruck über das Leben zur damaligen Zeit. Wer aber ein historisches Museum erwartet, wird enttäuscht.

Gärten zum Verweilen

Viel schöner und spannender sind dagegen die Gärten. Angelegt wie im 18. Jahrhundert, voll und üppig. Überall blüht, duftet und summt es. Es ist zwar nicht gestattet etwas zu ernten, aber ich befürchte, dass doch die eine oder andere Beere im Magen meiner Söhne landet. Die Verlockung ist auch zu groß.

Danach folgen wir einem der Pfeile, die die Lehrpfade markieren. Wir lassen unser Kinder entscheiden. Es wird der gelbe Pfeil. Ohne Führer erfährt man leider sehr wenig über die Landschaft und die Technik, mit der sie bestellt wird. Trotzdem ist es ein wunderschöner Spaziergang. Ein klein wenig fühlen wir uns zurückversetzt in die Zeit Linnés.

Der schönste Teil des Pfades beginnt im Wald. Genauer: im Blaubeerwald. Die Kinder sind im Paradies. Überraschend begegnen wir einer Herde Kühe, die sich im Hier frei bewegt.  Blaubeeren scheinen ihre Leibspeise zu sein. Auch wenn es keine Elche sind, freuen wir uns über diese Begegnung.

Entspannen bei Kaffee und Kuchen

Nach dem Spaziergang ist es Zeit für Fika. Gut, das Start und Ziel das Cafe bildet. Bei Kladdkaka und Apfelkuchen entspannen wir im unter Bäumen. Die Kinder verschwinden in einem extra angelegten  Lehrgarten für Kinder und Erwachsene. Der Carl Garten. Hier hatte Carls Vater dem Sohn einen Bereich abgesteckt, in dem er selber anbauen und ernten konnte. Die Kinder verstecken sich und spielen mit den aufgestellten Spieltieren, während wir in der Sonne entspannen. Das Ende eines rund um gelungenem Ausflugs.