Das Lekoseumh

Der Geburtsort der legendären Brio-Eisenbahn ist tief versteckt im schwedischen Wald. Ein Abstecher dorthin wird zu einer Zeitreise – nicht nur wegen des Spielzeuges.

Kurz vor Småland liegt es, das Herz der Holzeisenbahnindustrie: Osby. Hier bauten die Brüder Ivarsson ihre ersten Züge aus Holz und noch heute ist Osby Teil des Firmennamens, der in so vielen Kinderzimmern zuhause ist. Denn für nichts anderes steht das „O“ in Brio (Bröderna Ivarsson Osby). Auch wenn die Firmenzentrale längst in Malmö ist und die eigentlichen Besitzer  Ravensburger heißen, ist die Herzkammer noch immer in diesem verschlafenen Nest an der E23.

Hier steht das Lokoseum, das Brio-Museum. Direkt neben den Bahngleisen gelegen kommt man ins Paradies der Holzeisenbahnfans.  Alles, was Brio an Spielsachen produziert hat, kann man hier bestaunen. Eine tolle Zeitreise in die eigene Kindheit. Aber auch weit darüber hinaus, denn einige Modelle sind beinahe 100 Jahre alt.

Das Museum selbst ist übersichtlich. In der Mitte bietet es eine große Spielecke, mit Kletterhaus und großer Eisenbahnanlage. Die Kinder sind hell auf begeistert. Während der Vater sich von Vitrine zu Vitrine schiebt und die Eisenbahn des Königs bewundert, spielen die Kinder mit einer Herde neuer Freunde. Dass das Lekoseum in den frühen 80ern entstanden ist, lässt sich nicht leugnen. Als Kind dieses Jahrzehnts empfinde ich es aber als wunderbare Zeitreise und die Kinder stört es eh nicht.

Das Highlight ist im Keller

Kurz vor dem Ausgang verpassen wir allerdings fast das eigentliche Highlight: den Wichtelkeller. Eine schmale Treppe führt uns hinunter in eine andere Welt. Hinter einem dunklen Vorhang kommt man in einen großen Raum, der umgeben ist von Wichtelwerkstätten. Hier „bauen“ mechanische Weihnachtswichtel die Geschenke zusammen. Das Ganze wirkt auf mich so skurril, das ich kurz befürchte, meine pädagogische Sorgfaltspflicht zu vernachlässigen.

Solche Figuren kenne ich noch aus den Schaufenstern von Apotheken. Aber einen ganzen Raum damit habe ich noch nie gesehen. So seltsam es auf mich wirkt, mein Sohn ist verzaubert. Er redet noch Wochen später davon.  Ein weiterer Besuch ist also Pflicht.

Lekoseum
BRIOgatan 2,
283 83 Osby
Telefon: 0479-312 47
info@lekoseum.se
www.lekoseum.se/

Preise:
Erwachsene: 70 SEK
Kinder 2-17 Jahre 50 SEK
Familie (2 Erwachsene & 3 Kinder) 225 SEK
Unter 2 Jahren ist der Eintritt frei.

Öffnungszeiten:
Sommer:
Mo-So 10-16 Uhr
Frühjahr und Herbst
Do-Fr 12-17 Uhr
Sa-So 11-15 Uhr

Ohne die Spielecke und kleinem Café wäre ich wahrscheinlich nach 45 Minuten fertig, doch so bleiben wir gut 2 Stunden.  Danach gehen wir zum obligatorischen Brio-Shop, der schräg gegenüberliegt. Hier bin ich leider enttäuscht. Es ist nur ein großer Spielzeugladen, mit sehr viel Brio-Anteil. Die Preise unterscheiden sich nicht von anderen Geschäften.  Da lohnt sich ein Besuch bei Micki Leksaker in Gemla doch deutlich mehr. Und die Micki-Eisenbahn ist mit Brio kompatibel.

Trotzdem kann ich gerade jungen Eltern einen Besuch durchaus empfehlen. Gerade an regnerischen Tagen ist es eine schöne Zeitreise für die ganze Familie.